Wasserstandsbericht aus Palamos (12.02.2010 Annabel Weegen)

Erste Mail

Hallo zusammen,
ich möchte kurz einen aktuellen "Wasserstandsbericht" aus Palamos senden:

          



Am Freitag (12.2.2010) sind wir gut in Palamos angekommen. Roland (Trainer) und Manuela (Mutter von Viviana) waren schon am Vortag mit den Optis im Gepäck angereist (siehe Photo) und hatten bereits alles ab- und ausgeladen. Wir sind dann zunächst in den Hafen gefahren, um uns vor Ort umzuschauen. Anschließend ging es ins Hotel, wo wir als die ersten Gäste in diesem Jahr ankamen.

Heute Vormittag haben wir nach einem ordentlichen Frühstück das Motorboot geslippt und die Optis aufgebaut und kontrolliert. Dann ging es zum ersten Mal bei leichtem Wind zu einer Kennenlerneinheit und zum Wiedereingewöhnen aufs Wasser. Leider spielen zur Zeit die Temperaturen nicht so ganz mit. Heute tagesüber hatte es nur 5 °C - das haben wir uns schon anders vorgestellt. (siehe Photo)

Um 18 Uhr wurde dann von Baard offiziell die Optimist-Clinic eröffnet. In der nächsten Woche nehmen rund 65 Kinder daran teil, die meisten Segler - rund 25 - kommen übrigens aus St. Petersburg/Russland. Neben dem Segeln stehen auch das Knüpfen von Kontakten auf dem Programm. Dazu wurden "Breaking The Ice"-Spiele organisiert, in denen die Kinder ihre Englischkenntnisse anwenden können. Ab morgen sieht der Tagesablauf wie folgt aus: 8 Uhr bis 8:45 Uhr Frühsport, dann Frühstück. Anschließend geht es für zwei Stunden mit der Country-Group (das heißt Segler mit ihrem eigenen Trainer) aufs Wasser. Nach dem Lunch gibt es noch einmal eine längere Einheit in Mixed-Groups, das heißt Segler und Trainer werden gemischt. Jeder Tag endet mit einer kleinen Regatta. Dann geht es zurück ins Hotel, wo es Abendessen und Spiele gibt, um 22 Uhr ist Bettruhe.

So, dann wollen wir mal hoffen, dass der Wettergott bald Einsicht zeigt und uns mit Sonne und etwas höheren Temperaturen verwöhnt. Ich melde mich am Dienstag oder Mittwoch wieder.

Herzliche Grüße aus Palamos

Zweite Mail:

Heute (16.02.) sind wir am Tag drei der Optimist-Clinic in Palamos angekommen. Am Sonntag sind wir nach dem Frühsport mit anschließendem Frühstück zum Hafen gefahren und haben die Boote aufgebaut. Am Vormittag sind wir dann mit Roland und unserer Gruppe aus Deutschland aufs Wasser gegangen und haben Tonnenmanöver geübt. Nachmittags wurden wir auf unterschiedliche Gruppen und Trainer verteilt. Die Verständigung mit den Trainern und den anderen Optiseglern findet auf Englisch statt und klappt eigentlich ganz gut. Der Tag auf dem Wasser endete mit einer Abschlussregatta. Nach dem Abendessen hat uns Bard Videos gezeigt, die die Trainer tagsüber aufgenommen haben.

Am Montag standen dann Starts in allen Variationen auf dem Trainingsprogramm. Normale Starts: 3-1-Go. Starts bei denen der Trainer irgendwann (!) mit seiner Pfeife das Startsignal gibt - man muss sich also lange an der Linie in guter Position halten. Starts hinter einem Hasen: ein vorher bestimmter Optisegler darf entscheiden, wann es losgeht, indem er einfach lossegelt. Zuletzt gab es dann noch Starts mit zwei Linien, die ca. 50 Meter auseinander lagen. An der vorderen Linie durften sich die Optis mit den geraden Segelnummern aufhalten. An der hinteren Linie mussten die Optis mit den ungeraden Segelnummern bis eine Minute vor dem Start warten und durften erst dann zur eigentlichen Startlinie nach vorne segeln und mussten sich dann im Gedränge noch einen guten Platz suchen. Abends gab es dann vom dänischen Trainer Kasper noch einen Vortrag mit dem Titel "How to become a succesful sailor?". Kasper meint, dass dafür nur 5 Prozent Talent erforderlich ist und 95 Prozent "Hard Work". Na dann mal ran .

Heute hatten wir dann etwas mehr Wind und vor allem riesig lange und hohe Wellen. Vormittags hatten wir deshalb mit Roland Segeln in der Welle trainiert. Nachmittags wurden wir auf drei internationale Gruppen verteilt, mit denen wir Manövertraining gemacht haben. Das Wetter ist heute leider etwas ätzend. Zwar ist es deutlich wärmer geworden. Dafür regnet es aber schon den ganzen Tag in Strömen.

Beste Grüße aus dem verregneten Spanien. Drückt uns die Daumen, dass das Wetter morgen besser wird.



Dritte Mail


"Sailing at its best" war heute (17.02.) unser Motto des Tages. Es ist nämlich endlich warm geworden,) Windstärke 5 aus Südwest und schöne Wellen in der Bucht von Palamos. Was will man mehr?
 


Am Vormittag wurde die gesamte Clinic in drei internationale Gruppen mit jeweils ca. 20 Optiseglern aufgeteilt. Bard hatte in der Buch von Palamos unterschiedliche Übungen aufgebaut, die dann nacheinander abgesegelt wurden. Am Nachmittag haben wir zunächst im deutschen Team trainiert, bevor dann am Ende das Tages die übliche Abschlussregatta auf dem Programm stand.

Nun ist die Clinic fast vorüber, am Freitag beginnt die KABB-Regatta. Es treffen immer mehr Segler aus ganz Europa ein. Zwei weitere Deutsche sind heute auch noch angekommen. Linov Scheel und Jasper Steffens vom KYC.

Die Bilder geben einen schönen Eindruck vom heutigen Tag: ein Thermometer in Palamos mit 19°C ;) Annabel, Viviana und Matthias beim Runden einer Tonne ; das Team vor dem Strand von Palamos

Beste Grüße

Eure Annabel GER 11336 ( emails i.V. von Papa Leitl)
 


Vierte Mail
4. Abschlussbericht:

Puh, wir sind wieder in Deutschland, Regen in Karlsruhe - Schneefall auf dem Rückweg in Ulm. Palamos war ein tolles Erlebnis!
Nachdem am Freitag wegen Windmangels keine Wettfahrt zustande kam, dann am Samstag endlich 3 Läufe.
Wind drehend und schwach, zwischen 0 und 2 Windstärken. Die 354 Segler waren in 8 Gruppen aufgeteilt und segelten auf den Bahnen Alpha und Bravo gegeneinander.
Für einen Binnensegler wie mich ein guter Tag, die Plätze 6 und 11 waren die besten Ergebnisse bei so einem großen Regattafeld. Mit insgesamt Platz 72 war ich richtig zufrieden.

Am Sonntag hätte es so weitergehen können. Aber 4 Windstärken mit hoher Welle hatte ich bisher noch nicht so oft trainieren können. So kam es wie es kommen musste. Beim Rausschleppen lag ich schon im Wasser, dann in der zweiten Wettfahrt bei Halbwind vollgelaufen und noch mal gekentert und zu allem Überfluss ist mir in der dritten Wettfahrt des Tages in so richtig guter Position liegend beim Ausreiten ein Segler aus Andorra voll in den Rücken gefahren. Nur mit zusammengebissenen Zähnen ließ sich die Wettfahrt noch beenden. Der Sonntag war nicht mein Tag, von 72 bis auf 136 zurückgefallen, ärgerlich.

Da gings den beiden wellenerprobten Jungs aus Kiel schon besser. Linov belegte Rang 30 und Jasper Rang 109. Immerhin war ich noch beste aus unserer Trainingsgruppe., Vivi wurde 138., Matti 192., Matthias 205, Alex 237., Felix 257., und Patrick 304. (Photo Team Germany)
Gewonnen hat übrigens der Spanier Carlos Robles, den wir schon auf der Nikolaus Regatta in Palma bei seinem Sieg bewundern konnten und der 10. der WM in Brasilien war.

Insgesamt war der Event einfach spitze, mal abgesehen vom Sonntag. Wir haben ganz viele Kinder aus anderen Nationen kennen gelernt, konnten uns ganz gut verständigen und haben viele Adressen ausgetauscht. Auch am Land ging es oft lustig zu. Unsere Trainingsgruppe hat sich gut verstanden, mit unserem Trainer Roland hat es prima geklappt und wir konnten viel lernen. Danke auch an die Begleiteltern und die ganzen Organisatoren im Hintergrund. Unsere Optis und Segelsachen sind jetzt auf dem Landweg nach Hause und müssen am Wochenende noch abgeholt werden.

Die nächste Reise ist schon geplant, in den Osterferien geht’s mit meiner Schwester Laura und Sonja von den Petersthalern mit Roland Wiedemann nach Slovenien/Portoroz zum Training und Regatta. Auf dem Rückweg werden wir dann noch eine Trainingseinheit mit Georg Blaschkiewitz am Gardasee absolvieren.
 


Eure Annabel, GER 11336 SSG-R

Montag, 22.2.2010
 

Komentar:
Super Annabel, weiter so...
Liebe Grüße Felix